Gesundheit ist die subjektive Wahrnehmung von physischen, mentalen und psychischen Wohlbefinden.

Einige überprüfbare Eckdaten der Pferdegesundheit:

Glattes, glänzendes anliegendes Fell, Langhaar glänzend, gleichmäßig gefärbt, Hautzucken bei Berührung, klare, aufmerksame Augen, lebhaftes, aufmerksames Ohrenspiel, rosarote Bindehäute und Schleimhäute.

Ein weiterer wichtiger Parameter, die PAT- Werte (Puls Atmung Temperatur)

Puls beim Pferd 28 - 40 Schläge / min   in Ruhe,  bei großer Anstrengung bis zu 220
                 Fohlen ca. 80
Atem beim Pferd 8 - 14 Atemzüge / min in Ruhe, bei großer Anstrengung 80 – 100
                   Fohlen 24 bis 30
Temperatur beim Pferd 37,5 – 38,0° in Ruhe, bei großer Anstrengung maximal 41°
                   Fohlen 37,5 – 38,5°

Die Herzleistung der Pferde in Ruhe beträgt 60 bis 90 Schläge in der Minute. Im Schritt: 60 - 90 Schläge, im Galopp: 110 - 250 Schläge

Es atmet in Ruhe: 8 -16 Züge in der Minute, im Schritt: 60 - 90 Züge, im Trab: 80 - 130 Züge, im Galopp: 110 - 140 Züge

Bei mittlerer Belastung färben sich die Bindehäute rot. Die Atmung ist schnell und regelmäßig, wenig wässriger Schweiß, normal  koordinierte Bewegung, normal neugierige Aufmerksamkeit.
 
Unter starker Belastung sind die Bindehäute stark gerötet, die Atmung ist schnell, evtl. unregelmäßig, viel wässriger Schweiß, die Bewegungen langsam, stolpernd, zögerlich, verzögerte Aufmerksamkeit.

Erschöpfungssymptome!  
Bindehäute sind dunkelrot bis bläulich, Atmung heftig, unregelmäßig, viel schaumiger Schweiß, langsame unkoordinierte Bewegungen, wenig bis keine Reaktionen auf die Umwelt.

Gesunde Pferde
reagieren aufmerksam,
auch neugierig auf Umweltreize. Ihre Bewegungen vermitteln Lebensfreude, Lektionen sollten gehorsam, aber nicht schwung- und motivationslos wirken.

Nutzt das Pferd zwischen den Arbeitsphasen eine kurze Stehpause um eine Entlastungshaltung einzunehmen, ist irgendetwas nicht in Ordnung!  Ein gesundes, im Gleichgewicht befindliches Pferd hat nicht das Bedürfnis, sich in Bewegungspausen Entlastung zu verschaffen.

Nach dem für das Pferd üblichen Arbeitspensum sollte es noch Bewegungsfreude und Tatendrang vermitteln, auch nach der Arbeit Interesse und Freude an Umweltreizen zeigen. 

Wer die Möglichkeit hat, sein Pferd nach der Arbeit wälzen zu lassen sollte beobachten können, dass es sich nach dem Wälzen vom Kopf bis zum Schweif durchschüttelt.

Wenn Pferde sich nicht von einer auf die andere Seite wälzen können, sind sie nicht unbedingt krank. Besonders große, langbeinige Tiere haben häufig grundsätzlich Mühe über die Längsachse zu drehen. 

Wichtig ist, dass das Pferd sich in der Regel auf beiden Seiten wälzt. Ständiges Wälzen auf nur einer Körperseite ist als nicht normal anzusehen.

Bockt das Pferd danach und galoppiert oder trabt auf der Weide davon, ist das ein eindeutiges Zeichen das es sich wohl fühlt, eventuell aufgebaute Verspannungen durch die Arbeit selbst lösen konnte und über ausreichende Energiereserven verfügt.

Auch ein ruhendes Pferd sollte sich im Gleichgewicht befinden, Entlastungshaltungen sind als normal zu bezeichnen, wenn das Pferd alle Beine gleichmäßig wechselnd entlastet. Natürlich dürfen Pferde auch eine Lieblings- Schlafhaltung einnehmen – das ist nicht gemeint. Aber Pferde die auffällig immer auf die gleiche Weise deutlich entlastend vorzufinden sind, sind nicht frei von körperlichen Sorgen.

Vor 2010 hat mein Unterbewusstsein es als normal abgespeichert, wenn Pferde zum Beispiel am Putzplatz unbalanciert stehen. Damit meine ich offene Gliedmaßenstellungen, bei denen sich die Röhrbeine nicht unter dem Schwerpunkt der Pferde befinden.

Pferde sind Fluchttiere. Ihr Bauplan ist so konzipiert, dass sie in Balance ohne Muskelkraft stehend ruhen und sogar schlafen können, weil sich in Freiheit lebende Tiere unter Umständen tagelang aus Sicherheitsaspekten zum Schlafen nicht ablegen können.
Wenn balancierte Pferde im Stehen schlafen oder ruhen können sie ein Hinterbein entlasten, indem beim belasteten Bein die Kniescheibe so arretiert wird, dass das Pferd so auch das Standbein nicht mit Muskelkraft in dieser Position halten muss.

Der Rückschluß daraus bedeutet, dass jede andere Haltung als die in Balance von den Pferden mit unnatürlicher, kraftraubender Muskelkraft erreicht werden muss. Bei Pferden ist „schlechte Haltung“ keine schlechte Angewohnheit, sondern Kompensation eines Problems.

Gleiches gilt für unnatürliche Bewegungsabläufe. Ich habe beobachten dürfen, wie bei kurzatmigen Pferden, die bei leichter Belastung stark schwitzten, durch Verbesserung der Balance die Pferde „normal“ zu Atmen begannen und nicht mehr oder nur noch leicht  schwitzten.

Ich glaube dass diese Pferde in der Vergangenheit unverhältnismäßig mehr Kraft für die Bewegungen aufbringen mussten als heute und ich bin überzeugt davon, dass Schmerzen in den Hufen oder ausgelöst durch Hufprobleme, ebenfalls für starkes Schwitzen der Pferde verantwortlich ist.

Ich dachte lange, dass Osteopathie und Chiropraktik dabei die größte Unterstützung für die Pferde sein würde. Heute sehe ich, dass ein nicht passender Sattel oder/und ein sehr unbalancierter Reiter ein Pferd dauerhaft in eine Entlastungshaltung bringen kann, ohne das der beste Therapeut den Pferden dauerhaft helfen kann.

Mein persönliches Resümee geht noch weiter.
Eine Hufbalance in Verbindung mit einer bewegungsreichen Haltung und einer arttypischen Ernährung sind das Fundament, das die Pferde unabdingbar brauchen um gesund bleiben zu können.
Auch ein häufiger Wechsel der Entlastungshaltung innerhalb weniger Minuten ist kritisch zu beobachten.

Normalerweise fressen Pferde langsam und kauen sorgfältig. 1kg Heu wird in etwa 40 Min. gefressen und sie trinken 30l - 60l Wasser pro Tag. Leider ist vielen Pferdehaltern nicht bewusst wie wichtig eine gute Betreuung der Pferdezähne ist. Alexia Kolpondinou, Pferdedentinstin erklärt das hier sehr leicht verständlich.

Das Futter wird vom Maul in die bis zu 1,5 m lange Speiseröhre abgeschluckt und gelangt in den Magen, der ca. 18 l fasst und stark sauer ist, dort verbleibt es zwischen 1 – 5 Stunden.

Von dort aus gelangt der Futterbrei in den zwischen 16 und 24 Meter langen Dünndarm. Er hat ein Fassungsvermögen von 22  bis 64 Litern! Die Passage dauert ca. 1,5 Std.

Der Blinddarm ist nur 1 m lang, hat ein Fassungsvermögen von 15 – 35 Litern, das Futter bleibt dort ca. 15 – 20 Std.

Der Weg durch den 6 – 8 Meter langen Grimmdarm mit einem Fassungsvermögen von 60 bis 120 Litern, dauert zwischen 18 und 24 Stunden.

Die letzten 0,2 – 0,3 Meter Mastdarm beenden den Verdauungsweg. Pferde setzen zwischen  5 und 12 x täglich Kot ab, beim Großpferd handelt es sich dabei um 15 bis 25 kg geformte Ballen, mit geringem Duft.

Außerdem scheiden Pferde zwischen 30 und 100 l gelblich trüben Urin aus, der nicht auffällig vom Geruch sein sollte.

In den Ruhephasen ist es nicht ungewöhnlich das Pferde sich zum Schlafen in eine halb liegende Position hinlegen. In sicherer Umgebung liegen sie dabei selten und nur für eine kurze Zeit mit allen Vieren von sich gestreckt auf der Seite im Tiefschlaf. Fohlen und Jungtiere sieht man häufig in dieser Tiefschlafhaltung, erwachsene Tiere selten.

Die entspannte Seitenlage ist für den Kreislauf der Pferde sehr belastend. Kurz vor dem Erwachen der schlafenden Tiere hat man manchmal den Eindruck, die Pferde atmeten schwer,  manchmal stöhnen sie sogar leicht und die im Tiefschlaf verdrehten Augen ängstigen dann häufig unwissende Beobachter.

Werden die Tiere dann aufgeregt geweckt, springen sie entweder panisch auf oder sie verunsichern die Menschen damit, dass sie nicht gleich auf die Beine kommen.

Sie benehmen sich nur wie Menschen die man mitten in der Nacht durch einen Alarm auf die Füße springen lässt. Wer von uns leidet in einer solchen Situation nicht unter Koordinationsschwierigkeiten, hat sich dabei schon gestoßen oder ist vor einen Türrahmen gelaufen in einer Wohnung, die er schon seit Jahren bewohnt.

Sollte also Ihr Pferd zu einer ungewöhnlichen Zeit schlafen, wecken Sie es leise und sanft. Stehen oder hocken Sie auf keinen Fall in der Reichweite seiner Beine! Es könnte erschrecken und Sie beim Aufspringen verletzen!

Freuen Sie sich, wenn es liegen bleibt und sich streicheln lässt, auch wenn es noch Minuten lang dauert bis es Anstalten macht sich zu erheben.

Wenn das Pferd nicht verschwitzt ist braucht man sich eigentlich keine Sorgen zu machen, dass es ernsthaft krank sein könnte. Auch getrockneter Schweiß deutet eher darauf hin, dass die Gefahr einer Kolik schon Stunden vorher im Raume gestanden hat.

Meist erheben sich die Pferde nach einer Zeit freiwillig, ohne das sie am Halfter gezerrt werden müssen oder motivierend leicht getreten werden.

Das freiwillige Aufstehen gibt uns weitere wertvolle Hinweise, wie wir mit dem ungewöhnlichen Schlaf umgehen sollen.

Dehnt und steckt sich das Pferd genüsslich, dürfen wir weiter entspannen. Fällt diese Reaktion aus und es beginnt zu fressen oder saufen, beobachte ich es, bis es Kot oder Urin abgesetzt hat. Macht es einen unauffälligen Eindruck, kein häufiges Schweif- oder Kopfschlagen, Scharren oder Keislaufen, kann eine Kolik im Grunde ausgeschlossen werden.

Ich habe Jocker an solchen Tagen noch genauer als sonst beobachtet, hielt die PAT – Werte im Auge. Nie habe ich das Raufutter entzogen, aber auf Kraftfuttergaben verzichtet. Habe nur kleine Schrittrunden bewegt oder bin mit ihm spazieren gegangen. Es war und ist mir wichtig intensiv Zeit mit ihm zu verbringen, damit ich seinen Zustand gut beobachten kann. Gut möglich, dass das Pferd sich aus anderen Gründen müde gefühlt hatte, in der Immunabwehr für mich unsichtbar gefordert war.

Vielleicht hat es aber einfach nur zufrieden, satt und gesund geschlafen.

Durch das Zusammentragen der Fakten über gesunde Pferde bin ich auch des Öfteren über die Aussage gestolpert, dass ein gesundes Pferd in der in der Regel in der Lage ist, Barhuf zu laufen und das nicht nur auf der Weide sondern auch unter dem Sattel.

Hufe
Für mich war bis dato 2007 Gesetz: „Ein zum Pferd passender Hufbeschlag ist im wahrsten Sinne fundamental wichtig für die Pferdegesundheit.“

Von Kindesbeinen an hatte ich immer mit Ponys und Pferden zu tun, die Hufeisen hatten.
Die Ponys meiner Kinderzeit wurden täglich viele Stunden durch dick und dünn geritten, manchmal sogar, obwohl es nicht erlaubt war, im Trab und Galopp auf Asphalt, weil es sich so schön anhörte und einfach Spaß gemacht hat.

Auch später in der Reitschule waren fast alle Pferde beschlagen, obwohl diese Pferde nur sehr selten ausgeritten wurden.
Meine Reitbeteiligungspferde waren beschlagen. Beide gingen bis Klasse S im Springsport und niemand wäre auf die Idee gekommen zu fragen, ob die Pferde auch ohne Eisen im Sport laufen könnten. Vertrauensvoll legten die Besitzer die Verantwortung für die Hufgesundheit in die Hände des jeweiligen Schmiedes.

Der Schmied entschied welche Eisen, ob mit oder ohne Vidiarstifte, Zehenkappe oder Seitenaufzüge, Platten, Polster Ja oder Nein. Im Winter feste Stollen oder welche zum Eindrehen. Ein guter Schmied zeichnete sich dadurch aus, dass die Pferde gut liefen, die Eisen 8 – 12 Wochen hielten.

Meine Pferde wurden von klein an von Hufschmieden betreut. Ich machte regelmäßige Termine, alle 6 – 8 Wochen. Oft war es so, das ich Inbalancen besonders an den Vorderhufen von Jocker kritisierte, der Schmied antwortete oft: “Och das ist gar nicht schlimm, da habe ich viel „schlimmere“ in der Kundschaft.“

Wegen seiner Fühligkeit wurde er sehr früh - mit etwa 3 Jahren - zum ersten Mal beschlagen, konnte mit Eisen auch sogleich besser laufen als ohne. Gegen die Meinung des Schmiedes bestand ich von Anfang an auf einen neuen Beschlag nach 5 - 6 Wochen.

Schon bald war dem Pferd anzumerken, dass die kurze Zeit ohne Eisen, die zwischen der Bearbeitung der Hufe und dem Aufnageln der neuen Eisen entsteht  unangenehm war. Unsere vorletzte Hufschmiedin, die gleichzeitig auch TÄ ist, hat aus diesem Grund manchmal erst vorn die Eisen gewechselt und danach erst die Hinterfüße gemacht.

Ich kenne viele Pferde, die mit Hufeisen scheinbar sehr gut zurecht kommen. Sie werden regelmäßig und auch in unwegsamen Gelände bewegt, haben keine offensichtlichen Probleme mit ihren Hufen oder dem Bewegungsapparat. In solchen Fällen ist es schwer Pferdebesitzer dazu zu motivieren, sich mit den Aspekten der Hufbearbeitung neu auseinander zu setzen. Besonders, weil eine Umstellung auf Barhuf häufig zunächst zu Nutzungseinschränkungen führt. „Zunächst“ dauert bei uns gerade schon fast 3 Jahre und ein Ende der Nutzungseinschränkung ist noch nicht in Sicht.
(25.09.2010 Eine lange Zeit - die, wie ich heute weiß, verkürzbar gewesen wäre, wenn das Wörtchen WENN nicht wär.)

Ich verstehe die Einstellung:

NEVER CHANGE A WINNING TEAM (RUNNING SYSTEM)

Trifft sie doch auf viele Bereiche unseres Lebens zu und kann doch falsch sein.( 25.09.2010 Weil bei der Beurteilung des Gangbildes zum Teil eine krankhafte Veränderung erst wahrgenommen wird, wenn die Pferde lahmen und nicht schon vorher)

Kritiker meiner Vorgehensweise, vor allem Jocker ohne Eisen zu reiten, sehen sich zur Zeit bestätigt, dass ich mit meiner Entscheidung, meinen Pferden ein Leben ohne dauerhaften Hufschutz zu ermöglichen, DEN großen Fehler begehe.

Scheint richtig zu sein, denn die Nutzung der beiden Pferde ist seitdem nur eingeschränkt möglich, weil sie auf steinigem Boden noch fühlig laufen. Würde ich sie morgen beschlagen lassen, könnte ich länger reiten und „mehr Tempo machen”.
(25.09.2010
Sehr schade, daß mir und uns zu Beginn unserer Barhufzeit von den jeweiligen Bearbeitern nicht DRINGEND dazu geraten wurde, in der Umstellungsphase Hufschuhe zu benutzen! :-) Oder noch besser uns gleich passende Schuhe zu verkaufen. So hätten wir uns die Try and Error Versuche mit den Hufschuhverlusten sparen können und unseren Pferden die Umstellung wesentlich erleichtern können.
Leider mussten wir leider erst zu Hufschuhhassern werden.)

Das wäre dann Handeln nach dem Motto: Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.

Grundsätzlich ist es unstrittig, dass Pferde weder mit Hufeisen noch mit Sätteln geboren werden.
Nach der ersten Entscheidung, die Pferde reiten zu wollen gilt es sich reiflich mit der Abwägung aller Argumente über das für und wider von Eisen, oder sonstigem fest aufgebrachten Hufschutz auseinander zu setzen. Jeder Besitzer sollte über die Vor- und Nachteile informiert sein und nicht Eisen aufnageln lassen, weil das Pferd mit Eisen gekauft wurde.

Ändern sich die Lebensumstände des Pferdes und es wird nur wenig auf hartem, unwegsamen Boden bewegt, lohnt es sich, über die positiven Argumente des Barhuflaufens nachzudenken und gegebenenfalls in der Umstellungszeit Abstriche zu Gunsten der längerfristigen Pferdegesundheit zu machen.

Auch wenn immer wieder Lahmheiten oder Hufprobleme auftauchen, empfehle ich Nachforschung zu betreiben, ob das Pferd ohne Eisen besser zurecht kommen könnte.

Anfang 07 fand ich Tinas Seite  http://www.pro-barhuf.de/ im Netz.
Sie war für mich der Grund mich gedanklich immer mehr mit dem Thema Barhuf auseinander zu setzen. Ende September 07 fasste ich den Entschluss, noch mal einen Anlauf zu starten und meinen Pferden für eine lange Winterpause die Eisen vom Schmied abnehmen zu lassen.
(Sept.11) Das Buch von Tina Gottwald ist fertig! Sehr empfehlenswert!!! Ist über den Link zu ihrer Seite zu finden!

Ich hatte weitere Seiten im WWW gefunden und so auch die Seiten zum Thema:

NHC
Natural HufCare
Wie in Deutschland gibt es auch in Amerika verschiedene Ansichten, wie ein Barhuf getrimmt werden sollte, damit er nicht nur schön aussieht, sondern auch leistungsfähig wird und bleibt.

Zunächst verbrachte ich viele Stunden auf der Seite von Ariane Reaves und der von ihrer Seite ausgehenden Links.
Ariane ist Barhuffan und hat sich die Arbeit gemacht, einige Seiten aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen.
Die erste Seite ihrer Übersetzung die ich viele Stunden studierte war diese:

http://www.arianereaves.de/hufindex.html  von Marjoie Smith.

„Barhuf-laufen zugunsten der Pferdegesundheit“ faszinierte mich sehr und half mir, meinen Pferden Zeit zu geben und aufs Reiten zu verzichten. Vor allem bei Jocker hielt keine probierte Hufschuhart über Tempo Schritt hinaus.

Es wäre viel einfacher gewesen aufzugeben und ihn wieder beschlagen zu lassen. Aber ich hatte mir fest vorgenommen ihn mindestens 12 Monate ohne Beschlag zu lassen, so lange er auf der Weide und dem Paddock ohne Probleme zurecht kommen würde.  Er war sogar immer in der Halle sehr gut reitbar, Ausreiten war allerdings nur eingeschränkt, wenn auch zunehmend möglich.

Auf der Seite von Ariane übersetzte sie Artikel von M. Smith, eine Form des NHC- Trims nach Pete Ramey und Gene Ovnicek.
Bei dieser Bearbeitung wird der Huf korrigiert. Z.B befürworten sie den  "Toe Rocker", um einen frühen Abrollpunkt des Hufes zu erzielen und eine Trachtenfußung „schneller“ herbei zu führen. Dieser Erklärung folgend habe ich den Toe Rocker bei Jocker an den Vorderhufen am innersten Ende der weißen Linie angebracht und regelmäßig erhalten. Sein Gangbild veränderte sich tendenziell weg von der deutlichen Zehenlandung und seine Hufe sahen von außen betrachtet nicht mehr ganz so rechteckig aus und damit „richtiger“. Von unten betrachtet waren sie noch immer sehr oval. Durch die ausgedünnten Zehenwände entstand der Eindruck der Hufe hätte ich „bessere“ Form, aber die Weiße Linie zeigt von unten noch immer einen ovalen Huf. Die Trachten der Vorderhufe weiteten sich und stellten sich auf. An den Hinterhufen wurden langsam Trachten sichtbar. Der Abrieb war aber schneller. 

Mit einer Feile manikürte ich die Hufe meiner Pferde zwischen den Terminen zum Ausschneiden durch unseren Hufschmied. Unsicher vereinbarte ich Bearbeitungstermine mit unterschiedlichen Hufpflegern und Huforthopäden zwischen den Terminen mit dem Hufschmied, um mein Verständnis in der Praxis bestätigt zu bekommen.

Die um Hilfe gebetenen Hufexperten konnten mir sehr gut ihre Vorgehensweise begründen und argumentierten gegen mein Verständnis und verurteilten mehr oder weniger meine vorsichtige Bearbeitung. Ihre Methode hatte für mein Verständnis zu wenig Parallelen zu dem, wie ich NHC verstanden hatte.

Dann landete ich im April 08 noch ein Mal bewusst auf dieser Seite:
http://www.arianereaves.de/ifhome.html

"Natural Balance Trimming."
Es ist die deutsche Übersetzung der Seite von Paige Poss, Ruth Allison und Kim Cassidy
http://www.ironfreehoof.com/

Über die Seite http://www.naturhufpflege.com/ fand eine der ersten NHC-Practitioner der AANHCP (Association for the Advancement of Natural Horse Care Practices) hier in Deutschland in erreichbarer Nähe, um meine Pferde bearbeiten zu können.

Jaime Jackson hat über Jahre Wildpferdehufe (lebender) Mustangs in freier Wildbahn studiert und nach dem Vorbild seiner Beobachtungen seine Methode der Hufbearbeitung abgeleitet. Wildpferde legen täglich 20 – 30 km über anspruchsvolle Bodenverhältnisse in allen Gangarten problemlos zurück. Anatomisch unterscheiden sich diese Wildpferdehufe nicht von den Hufen „unserer“ Pferde.

Seine Art der Bearbeitung soll den fehlenden Abrieb der Hufe unserer Pferde imitieren, die in der Regel mehr oder weniger bewegungsarm gehalten werden. Nach seinen Bearbeitungsrichtlinien sollen die Hufe nicht in eine optimale Form korrigiert werden, sondern die Hufe bekommen die Möglichkeit, sich in ihre perfekte Form zu entwickeln. Er spricht sich deutlich gegen eine Korrektur aus und vertritt die Ansicht, dass die Hufe “sich selbst heilen” wenn sie regelmäßich eine so genante Mustangrolle angelegt bekommen, die aber auf keinen Fall weiter zurück gesetzt werden darf als die Wasserline der Hufwände.

Während  der Ausbildung seiner Schüler legt er Wert darauf, dass diese nicht nur die Hufe ihrer Kundenpferde betrachten und bearbeiten lernen, sondern die Pferde ganzheitlich beurteilen.
Seine „Practitioners” belegen während ihrer Ausbildung ein Pflichtlehrprogramm über Pferdegesundheit, Fütterung und Haltung. Besonders das Thema Paddock Paradise liegt ihm am Herzen, weil dieses Konzept den Pferden einen großen Bewegungsanreiz bietet und den Pferden je nach dem auch unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten zur Verfügung gestellt werden können.   

Meine Pferde sind seit Oktober 2007 ohne Eisen unterwegs. Bis Mai 2008 konnte ich mich für keine bestimmte Methode entscheiden. Ab dann, bis Oktober 2009 wurden sie nach den Regeln von JaimeJackson getrimmt und ich fühlte mich mit meinen Pferden endlich richtig gut aufgehoben. Mich hatte dieses Barhufkonzept überzeugt und da ich mich für die wenig belastbaren Hufe meiner Pferde mitverantwortlich und vertraute ich nun auf die von Jaime versprochene „Healing power of nature“ und wartete gespannt darauf, wie sich die Hufe meiner Pferde weiter positiv entwickeln würden und damit ihr gesamter Organismus davon profitieren würde. 
Selbst wenn es für Jocker und Flower schon „zu spät“ gewesen sein sollte, die Hufbearbeitung grundlegend zu verändern und damit kein Trab oder Galopp in diesem Pferdeleben mehr auf unseren felsigen Böden möglich sein sollte, werden die Beiden Barhuf bleiben. Es war ein Prozess der kleinen Schritte bis zu dieser Einstellung meinen Pferden gegenüber.

Hier weitere Links  zum Thema:

http://pferdezeitung.com/Hauptartikel/454/Gesamttext/Druckversion/

http://www.gesundehufe.com/index.html

http://www.aanhcp.net/050_055_MP0210_Bearbeitung.pdf

Übersetzungen von Pete Ramey

Go! Barhuf von Manu Volk

22.01.2012 Hier ein Artikel von Christine Sanders über Hufballance

17.09.2010
2008 habe ich schon auf der Seite von Ariane Reaves Übersetzungen gelesen und auch bemerkt, das es in Amerika ebenso wie in Deutschland unterschiedliche Parteien in der Hufbearbeitung gibt.

Wie bei uns geht es nicht nur um die unterschiedlichen Standpunkte der Hufbeschlagsschmiede und/gegen die Barhufbearbeiter, sondern wieder wie bei uns, ist es mehr ein Gerangel um DIE einzig richtige Art und Weise Hufe zu bearbeiten.
In meinen Tagebüchern habe ich mit Absicht diese Querelen außen vor gelassen.

Nach meiner Entscheidung meine Pferde nicht mehr Beschlagen zu lassen hatte ich den Eindruck durch einen Schmied suboptimal beraten zu sein. 

Wo auch immer ich mich erkundigte, die Schmiede in unserer Umgebung waren sich in einem Punkt einig: Barhuf? In unserem Gelände? Geht nicht!

Inspiriert durch die oben gelisteten Links zum Thema Barhuf war mein Ehrgeiz geweckt, der metallverarbeitenden Fraktion das Gegenteil zu beweisen.

Ich begab ich mich auf die Suche nach dem “richtigen” Bearbeiter für mein Barhufprojekt.
Zur Überbrückung besorgte ich mir eine Feile und berundete die Hufe nach meinem Verständnis, mit dem Erfolg, dass ich den Schaden an den Hufwänden nach dem Abnehmen der Eisen gut in Grenzen halten konnte.

Besonders Tinas Seite half mir die Hufe meiner (und anderer) Pferde aus einem anderen Blickwinkel betrachten zu können. Plötzlich sah ich nur noch „Dosenfüße“ übermächtige lange Zehen, untergeschobene Trachten und Zwanghufe.

Ich war nicht gewillt die Hufe meiner Pferd dauerhaft selbst zu bearbeiten. Ich wollte diese Verantwortung an einen Barhuffachmann oder -frau abgeben.

Mit welcher deutschen Barhuffraktion ich startete und was ich alles probierte spielt eigentlich keine Rolle. Ich ließ mir von Jedem erklären was, warum und wann an den Hufen meiner Pferde und oft auch an den Hufen der Miteinsteller gemacht wurde.
Ich habe mir alle Theorien angehört und manche Vertreter einer Ausrichtung haben die Hufe meiner Pferden nur ein einziges Mal bearbeitet.

Ich habe das Ergebnis der jeweiligen Bearbeitung nach meinem frisch gewonnen, angelesenen Wissen verglichen und so versucht den goldenen Bearbeitungsweg zu finden.

Nach insgesamt drei Fehlstarts und einer gefühlten Ewigkeit hatte ich vom Mai ’08 bis Sommer ’09 100% Frieden mit der Bearbeitung der Hufe meiner Pferde nach den Regeln von Jaime Jackson.

Außer der Bearbeitung streng nach den Regeln der AANHCP wurden bei uns auf dem Hof noch 1 – 2 Pferde nach einem anderen Konzept bearbeitet.

Ich ließ im Grunde keine Gelegenheit aus, weiter hartnäckig zu hinterfragen warum die beiden Menschen bei gleicher Zielvorstellung von einem „gesunden Huf“ unterschiedliche Bearbeitungsstandpunkte vertraten. Die Hufe meiner Pferde näherten sich zunächst zügig in eine nach meinem Verständnis positive Richtung. 

Mai 2009 kam Lotti mir „ihrer“ Hufbearbeiterin zu uns zurück auf den Hof und war nun ein weiteres Pferd, das nochmal anders bearbeitet wurde. Wieder mit dem Ziel: Gesunder, tragfähiger, geländetauglicher Huf.

Zu diesem Zeitpunkt etwa hatte ich begonnen zwischen den 4-wöchigen Bearbeitungsintervallen nach den AANHCP - Regeln beiden Pferden vor allem die Zehenwand mit der Feile kürzer zu halten. Ich hatte das Gefühl, dass die Hufe langsam aber sicher aus ihrem neu gewonnen Gleichgewicht gerieten.

Nach intensiven Gespräche mit der Vertreterin Lottis Bearbeitungsrichtung fasste ich September 09 den Entschluss, diese Bearbeitungsrichtung auszuprobieren. Nach meinem theoretischen Verständnis konnte ich mir vorstellen dass Jaime Jackson mit seiner Methode gesunde Hufe „wachsen lassen kann“. Aber statt auf die Heilung zu warten, hoffte ich darauf, die Genesung der Hufe durch eine veränderte Bearbeitung ein wenig zu beschleunigen.

Die andere Methode erlaubt, dass die Zehenwand bis auf halbe Hufhöhe zu Gunsten einer optisch optimalen Form ausgedünnt werden kann und darf, was bei beiden Pferden gemacht wurde.
Gleichzeitig wurde der Strahl bis zu einer deutlich passiven Position zurück geschnitten, was an gewünschter Sohlenwölbung noch nicht vorhanden war wurde nach Überprüfung der Sohlendicke so weit wie möglich mit dem Hufmesser ausgearbeitet, um den Huf zu zeigen, „wo die Reise“ hingehen soll, damit der Tragrand seine Funktion des Tragens optimal ausführen kann.

Im Februar 2010 waren Jockers Hufe völlig am Ende (siehe Tagebuch Jocker vom Mai 2010)

Ebenfalls Ende Februar lernte ich Jenny Kapretz kennen.
Eigentlich ging es bei unserem ersten Zusammentreffen um ein gemeinsames Kundenpferd. Schnell stellten wir fest, dass wir uns auf der Suche nach ähnlichen Wahrheiten befanden. Haltung, Fütterung, Umgang, Gesundheit, Training, Sättel Gebisse?!, Kommunikation, Hufe und Hufgesundheit: Die gesamte Palette war unser gemeinsamen Erkundungsfeld.

Ich wechselte kurzfristig zurück zur Bearbeitung nach Jaime Jackson und stöberte wieder durch die mir bekannten Seiten auf der Suche nach der Antwort warum mit NHC die versprochene Heilung der Hufe meiner Pferde nicht von der Stelle kommt.

Durch wechselseitige Besuche, die meinen Pferden unter anderem neue Sättel bescherten, entstand ein reger theoretischer und praktischen Austausch bezüglich der Hufbearbeitung nach NHC.

Ich hatte in der Zeit, als ich noch auf der Suche nach einem Hufbearbeiter war, nach den Beschreibungen von Pete Ramey die Hufe meiner Pferde bearbeitet. Da ich keine Hufmesser besaß, hatte ich Ecksterben und Sohle unbearbeitet gelassen. Wandverbiegungen hatte ich weggenommen und die hebelnde Zehe kurz gehalten.

Beide Pferde entwickelten sich schnell und gut in die gewünschte Richtung. Heute, nach intensivem studieren seiner Artikel ist mir klar, wie viel Gutes ich meinen Pferden in dieser Zeit tat.
Die propagierte vorsichtige Vorgehensweise von Jaime Jackson war für meine Pferde bis zu dem Punkt förderlich, an dem sich die Zehe nicht „von selbst“ ausreichend abgelaufen hat.

Als ich sah wie Jenny die Hufe ihrer Pferde bearbeitet, erkannte ich sofort, das ich es vor nun fast 3 Jahren genau so schon mal gemacht hatte und traute mich das zunächst an 3 Pferden unserer Herde wieder anzuwenden.

Jeder der 3 Hufbearbeiter beobachtete mehr oder weniger auffällig die Hufe der Pferde, die nicht von ihm bearbeitet wurden. Ich hatte Freude daran, die Drei in dem Glauben zu lassen, dass ein Mensch einer anderen Fraktion diese Pferde bearbeitet.
Alle 3 Pferde entwickelten sich deutlich positiv. Besonders freute ich mich über die Hufentwicklung des 15 jährigen Vollblut. Er hat die Eisen erst vor wenigen Monaten abgenommen bekommen. Seine Hufe verändern sich zusehends genau so, wie Pete es in seinen Artikeln beschreibt.

In meinem Verständnis bestärkt, bearbeite ich die Hufe meiner eigenen Pferde zunehmend zwischen den größer werdenden Abständen zwischen denTerminen selbst. Nach den Regeln der AANHCP bleibt nichts mehr zu tun, weil ich nach den Erklärungen nach Pete & co. viel zu viel eingreife.

Aber jetzt habe ich noch besser verstanden worum es geht. Ich besitze nun selbst Hufmesser und habe gelernt damit umzugehen. Jockers Hufe sind nun endlich wieder auf Kurs und auch an Flowers Hufen, von denen ich immer dachte sie wären kein Problemfall, erkenne ich nun deutlich wo sie Unterstüzung benötigen, um die Versäumnisse der vergangenen Jahre auszugleichen.

Ob das nun endlich DER GOLDENE WEG ist kann ich nicht beurteilen, aber es ist das Schlüssigste, was ich in den Jahren gelesen und gesehen habe. We will see.

Eine Sache jedoch hat mir echtes Kopfzerbrechen bereitet.
Jenny hat mir fest ins Gewissen geredet HUFSCHUHE für meine Pferde zu besorgen. Hatte ich schon mal erwähnt, wie sehr ich diese Dinger hassen gelernt habe?

Aber und selbst auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole. Wer die Artikel von Pete, Marjorie und Paige aufmerksam studiert und dann sein Pferd in der Bewegung auf unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten betrachtet, kann seine Augen unmöglich vor Tatsachen verschließen.

Wenn ein Pferd eine Trachtenfußung meidet, hat es SCHMERZEN im hinteren Teil des Hufes!
Wenn das Pferd aus diesem Grund den hinteren Teil des Hufes schont und mit der Zehe zu erst landet, trifft die gesamte Aufschlagenergie so zu sagen ungebremst auf sie gesamte Knochensäule der Gliedmaße.
Gleiches gilt für Schonhaltungen im Stand, die oft für Stellungsfehler gehalten werden!!!!!

Unterentwickelte Strähle, dünne Sohlen und nicht tragfähige Trachten und Eckstreben können nur durch deren Gebrauch gesunden. Wenn Pferde diesen Teil des Hufes nicht freiwillig nutzen, behindert das die Heilung der Hufe.

Die Nutzung eines Hufschuhs ist immer dann notwendig, wenn das Pferd beginnt den Trachtenbereich zu Gunsten der Zehe zu schonen. Diese Tendenz beginnt bei einer planen Fußung!

Sagt es allen weiter!
Niemand muss meine Meinung mit mir teilen. Aber niemand kann behaupten von dieser Theorie noch nichts gehört zu haben.

Ob nun mit oder ohne Eisen: bewegt sich das Pferd willig und harmonisch, mit Begeisterung und Lebensfreude, geht uns Reitern das Herz auf.

Das Glück der Erde liegt für uns auf dem Rücken der Pferde.

Leider begegne ich kaum freudigen und temperamentvollen Pferden. Ein großer Teil macht eher den Eindruck als würden sie gerade die 6. Reitstunde des Tages absolvieren. (Jocker vor April 95) Eine andere Gruppe gibt sich bewegungsfreudig, die Grundspannung der Pferde ist zu hoch, es findet kaum Dialog mit den Reitern statt. (Flower vor April 95)

Mir sind die Worte ausgegangen zu vermitteln, dass solche Pferde sich nicht ihrer Natur entsprechend verhalten. Die einen sind nicht ausschließlich brav, stur oder schenkellahm. Die anderen nicht nur „guckig“, temperamentvoll und frech.

Viele Faktoren und Details gehören zu einen Gesamtbild. Haltung, Gesundheitsmanagement und ! sehr wichtig ! wir Menschen beeinflussen unsere Pferde. Sind wir nicht im Gleichgewicht, psychisch, physisch, können wir die 4-Beiner im wahrsten Sinne des Wortes aus der Bahn werfen.

Es ist selten möglich, die eigene Vorstellung von guter und schlechter Reiterei in natura zu überprüfen. Wir lernen vor allem durch Beobachten. Es gibt aber kaum gute Reitschulen und gute Lehrpferde. Wenige gute Vorbilder, weil auch im Spitzensport Pferde zu sehen sind, die zwar Lektionen beherrschen und gut platziert werden, denen aber ihr Stolz und ihre Ausstrahlung fehlt.

In vielen Reitanlagen überfordern ungeübte Reiter sich mit schlecht oder nicht ausgebildeten Pferden, kaufen ihr Pferd jung und ungeritten, weil „ausgebildete Pferde“ deutlich teurer sind. Oft zu unrecht! Weil diese Pferde oft nur auf die Schnelle angeritten und nicht ausgebildet sind. Oder Besitzer haben Angst ein „verdorbenes“ oder über beanspruchtes Pferd zu kaufen und möchten die Ausbildung ihres Tieres lieber selbst in die Hand nehmen.

Kinder lernen auf solchen Pferden, haben so keine Chance ein Gefühl für Takt und Losgelassenheit zu finden. Imitieren die Fehler ihrer Vorbilder, die wiederum von ihren Mitreitern und Ausbildern vermittelt bekommen, auf dem richtigen Weg zu sein.

Reiten wird manchmal als Reitsport bezeichnet, manchmal auch als Reitkunst. Es wird auch von Freizeitreiten gesprochen.

Wo sind die sportlichen Reiter? Ich sehe wenig Reitkunst, viel Reitkampf. Unabhängig davon dass es talentierte und weniger talentierte Menschen gibt, die reiten oder Reiten lernen wollen. Das ist nicht die Ursache für weit verbreitet schlechtes Reiten. Vielen fehlt fachliches Wissen, ein Buch zu lesen reicht nicht! Auch nicht wenn man ein Abo bei einer der vielen Pferdezeitungen besitzt.

Reiter die den Umgang mit Pferden lieben, aber weniger Sport und / oder Kunst mit ihren Pferden erleben wollen, sind die Freizeitreiter und die sind oft besser als Ihr Ruf! Freizeitreiter „ecken“ manchmal an. Weil sie Fragen stellen und in Frage stellen, in Dingen wie Haltung, Reitweise oder Umgang neue oder andere Wege suchen. Weil Ehrgeiz und Verbissenheit nicht im Vordergrund stehen, trauen sich Freizeitreiter eher abzurüsten. Sie suchen häufig nach Harmonie und seelischem Gleichgewicht. Sind eher bereit, ihre Pferde genau zu beobachten und zu erfühlen.  Es bringt ihnen Freude, über die eigene Stallgasse hinaus nach Anregungen zu suchen. Wer erkannt hat, dass man für den Frieden nicht kämpfen kann, ist schon auf einem guten Weg.

Aufmerksam und kritisch beobachten, forschen und ausprobieren und eigene Wege finden und probieren. Verantwortung für sein Handeln tragen und zum Dialog bereit sein, nicht nur im Leben mit den Pferden sondern immer.

"Wo gewohntes Vorgehen
nicht sein muß, sondern sein kann,
dort entstehen Möglichkeiten."
F.M. Alexander

Schaut Euch auf der Seite Horse in Balance doch mal das Video an und erfreut Euch an der Harmonie, die sie mit ihren Pferden verbindet.

Die Seite mein Pferdetraum von „Kelly“ Rupprecht beschreibt wunderschön die freundliche und partnerschaftlicher Beziehung die wir zu unseren Pferden haben können, wenn wir uns dafür öffnen wollen.

Die folgenden Links informieren zum Thema Alexandertechnik: http://www.alexander-technik-info.de/

http://www.at-itm.de/ruhrberg/g-reiten.htm

 „Zitat“ der Startseite : http://www.reitinstitut-zimmermann.de/Alexander-Technik/alexander-technik.html

„Gemeinsam ist allen Reitern der Wunsch nach Harmonie mit dem Pferd, und genau dies ist schon seit Jahrhunderten Thema der Klassischen Reitkunst. Aber wie jede Kunst ist auch die Reitkunst nicht leicht zugänglich, denn sie fordert vom Lernenden Bereitschaft zur persönlichen Transformation.

Die Gesetzmäßigkeiten einer Kunst sind vorgegeben, sie ergeben sich aus der Natur von Mensch und Tier und haben biologische, anatomische, physikalische, geistige und seelische Aspekte. Die Schwierigkeit liegt darin zu lernen, sich gemäß diesen Gesetzmäßigkeiten zu verhalten.

Im Erlernen, Akzeptieren und Anwenden der Gesetzmäßigkeiten verwirklicht der Kunstausübende seine Freiheit.

Das Erlernen der Kunst des Reitens setzt fachliches Wissen und persönliche Reife voraus. Aber auch wenn diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind, gibt es noch eine riesige Hürde: Die Kunst des Reitens erfordert körperliche Stabilität, Flexibilität und Fühlfähigkeit gleichzeitig.

Körperliche Balance in diesem umfassenden Sinn ist für die meisten Reiter schwer zu erlernen und wurde bisher noch kaum geschult.

Aber gerade in diesem Bereich liegt das größte Defizit an notwendiger systematischer Schulung.

Nun gibt es seit etwa einem Jahrhundert eine Methode, die sich mit der Optimierung menschlicher Bewegungssteuerung befasst: die Alexander-Technik. Sie versteht sich als Kunst einer menschlichen Selbststeuerung gemäß den natürlichen, biologischen und physikalischen Gesetzmäßigkeiten und kann so allen anderen Künsten als Grundlage dienen.

Mit Hilfe dieser Methode lassen sich komplexe Zusammenhänge in der Bewegungssteuerung von Reiter und Pferd erfassen und in überschaubare Lernschritte aufschlüsseln.

Nicht nur das Pferd soll sich zur Durchlässigkeit und zum Selbsttragen hin entwickeln sondern der Reiter gemeinsam mit ihm, und dies in einer verstehbaren und reproduzierbaren Systematik.“ Zitat Ende

aktualisiert 17.01.2011

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